Glücksspiel: Betrüger verlangen Geld von Senioren

Boris Raczynski

Glücksspiel: Betrüger erschleichen sich Geld von Senioren

Glücksspiel: Organisierte Betrüger haben es in Deutschland oftmals auf Senioren abgesehen. Aktuell fordern offenbar Glücksspiel Betrüger illegal Gelder ein. Dabei setzen sie auf die mangelnde Erfahrung der älteren Generation mit Computern und Internet. Eine telefonisch vereinbarte Geldübergabe ist riskant, daher versuchen sich die Verbrecher mit einer modernen Vorgehensweise: Anstatt ihren Opfern das Geld vor Ort abzunehmen, verlangen sie den Einsatz von Online-Gutscheinen.

Die Masche ist dabei nahezu stets identisch: Betrüger, die sich zumeist im Ausland aufhalten, erklären ihren ahnungslosen Opfern, dass sie bei einem Lotto- oder Glücksspiel den Hauptgewinn erhalten haben. Der Begriff „Jackpot“ wird ebenfalls oftmals verwendet. Dann wird erklärt, dass der Gewinn aber nicht ohne Weiteres ausbezahlt werden könne, da noch Formalitäten wie Steuern und Gebühren entrichtet werden müssen. Die Polizei Brandenburg hat zu dem Thema eine aktuelle Meldung veröffentlicht:

„Der versprochene Gewinn ist (…) nur eine von vielen Varianten, mit denen Betrüger ihren Opfern das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Ihnen geht es nur um die Zahlung der sogenannten Gebühren. Also lassen Sie sich dieses Beispiel eine Lehre sein und sich nicht über das sprichwörtliche Ohr hauen!“ Um an ihre Beute zu gelangen, setzten die Hintermänner bislang meist auf Handlanger, die Geld und Wertgegenstände vor Ort abholten. Auch infolge gestiegener Wachsamkeit unter den vermeintlich gutgläubigen Opfern, gelang es den Strafverfolgern in der Vergangenheit jedoch vermehrt, Geldboten festzusetzen.

Um ihr Risiko zu minimieren, scheinen nun immer mehr Betrüger gänzlich auf den persönlichen Kontakt verzichten zu wollen. Statt Bargeld und Schmuck rücken dabei Online-Gutscheine ins Visier der Täter. So bitten die angeblichen Vertreter der Glücks- und Gewinnspielfirmen die „glücklichen Gewinner“ darum, im Geschäft Wertkarten für App Stores wie Google Play oder Steam zu besorgen. Bei einem späteren Anruf sollen sie den Tätern die darauf abgebildeten Codes übermitteln.

In der vergangenen Woche machten gleich mehrere solcher Betrugsversuche Schlagzeilen. So überzeugten die Täter eine 84-jährige Münchnerin, Gutscheinkarten im Wert von über 1.000 Euro zu erwerben. In Frankfurt (Oder) wollte eine 92 Jahre alte Frau nach einer angeblichen Gewinnbenachrichtigung Google Play-Karten für 500 Euro im Supermarkt kaufen. In beiden Fällen war das Kassenpersonal auf die eher ungewöhnlichen Käufe der Kundinnen aufmerksam geworden und hatte so Schlimmeres verhindern können.

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