Online-Casinos: ECA fordert Ausweitung des Europol-Mandats

Online-Casinos: ECA fordert Ausweitung des Europol-Mandats

Online-Casinos: Die European Casino Association (ECA) setzt sich für eine Ausweitung des Mandats von Europol ein, um derart gegen den starken Anstieg des illegalen Glücksspielsektors in Europa vorzugehen. ECA-Präsident Erwin van Lambaart präsentierte unlängst im Europäischen Parlament einen Bericht, nach dem der illegale Online-Glücksspielmarkt, der sich an Verbraucher in der Europäischen Union richtet, im Jahresvergleich um rund 14 Prozent auf nunmehr 91,6 Milliarden Euro gewachsen ist.

Die EU-Kommission fordert bereits seit geraumer Zeit, das Mandat von Europol zu reformieren sowie dessen Datenkapazitäten und Zuständigkeitsbereich bei der Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität zu erweitern.

ECA fordert Ausweitung des Europol-Mandats

Europol wird seine operativen Fähigkeiten im Rahmen der Vorschläge der EU-Kommission ausbauen, wobei der Aufgabenbereich der Behörde explizit auch Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel vorsieht.

Der Europaabgeordnete Lukas Mandl erklärte: „Illegales Online-Glücksspiel ist kein Nischenthema, sondern eine ernsthafte grenzüberschreitende Bedrohung, die Verbraucherschutz, organisierte Kriminalität und die Integrität unseres Binnenmarkts betrifft. Europol ist ein entscheidender Partner für die Mitgliedstaaten; wir müssen jedoch sicherstellen, dass das Mandat und die Ressourcen der Behörde es ihr ermöglichen, den Kampf gegen diese illegalen Aktivitäten umfassend zu unterstützen.“

Online-Casinos können ganze Familien ruinieren

Mandl erklärte weiter, dass Erkenntnisse des Europäischen Rechnungshofs (EuRH) gezeigt hätten, dass die Bekämpfung des illegalen Glücksspiels in bestimmten Bereichen eine verstärkte Zusammenarbeit erfordere.

„Ich werde diese Erkenntnisse in unsere parlamentarische Arbeit einbringen und meine Kollegen über Parteigrenzen hinweg dazu ermutigen, gemeinsam gegen die negativen Auswirkungen des illegalen Glücksspiels vorzugehen – von psychischen Problemen bis hin zu existenziellen Katastrophen für Einzelpersonen und ganze Familien. So können wir die Bürger besser schützen und klar zwischen kriminellen Aktivitäten und jenen Anbietern unterscheiden, die sich an die Regeln halten.“

Bessere Zusammenarbeit aller Akteure gefordert

ECA-Präsident Erwin van Lambaart betonte zudem, dass die Zukunft des regulierten Sektors von einer engeren Zusammenarbeit aller Akteure im Glücksspielbereich abhänge, um den illegalen Markt europaweit zu bekämpfen.

„Durch die Vernetzung nationaler Durchsetzungsmaßnahmen, von Financial-Intelligence-Units und branchenspezifischem Fachwissen können europäische Institutionen und Behörden – wie die Europäische Kommission, Europol und die AMLA – uns dabei unterstützen, Daten in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Wenn wir nicht sofort handeln, wird der illegale Online-Markt weiter auf Kosten der Spieler, der öffentlichen Haushalte und der legalen Unternehmen wachsen.“

Steuer von rund 22,9 Milliarden Euro entgangen

Der Kampf gegen illegales Glücksspiel hat aber auch finanzielle Gründe: Einem Bericht von Gambling Compliance International (GCI), erstellt im Auftrag der ECA, kommt zu dem Ergebnis, dass den EU-Mitgliedstaaten durch das Wachstum des illegalen Marktes Steuereinnahmen in Höhe von schätzungsweise 22,9 Milliarden Euro entgangen sind.

Die ECA ergänzte, der Bericht zeige, „dass illegale Anbieter inzwischen den Großteil der Online-Glücksspielumsätze in der EU-27 auf sich vereinen, dass mehr als 6.200 illegale Anbieter gezielt europäische Verbraucher ansprechen und dass die überwiegende Mehrheit der Online-Glücksspielinhalte, mit denen Europäer in Berührung kommen, für illegale, nicht lizenzierte Anbieter wirbt“.

Illegales Online-Glücksspiel ist globales Problem

Van Lambaart kommentierte: „Die Daten für 2025 aus dem GCI-Bericht lassen keinen Zweifel: Illegales Online-Glücksspiel ist ein schnell wachsendes, grenzüberschreitendes Problem. Es setzt Spieler – insbesondere junge Erwachsene – hohen Risiken aus, entzieht der Gesellschaft dringend benötigte Steuereinnahmen und untergräbt das Vertrauen in den regulierten Markt.

Lizensierte Casinos und deren Online-Angebote unterliegen strengen Vorschriften und investieren massiv in Maßnahmen für verantwortungsvolles Spielen sowie zur Bekämpfung von Geldwäsche. Demgegenüber können illegale Anbieter – oft mit Sitz außerhalb der EU – europäische Verbraucher per Mausklick erreichen: ohne Schutzvorkehrungen, ohne behördliche Aufsicht und ohne einen Beitrag für unsere Gesellschaft zu leisten.“

Social-Media-Plattformen als Wachstums-Motor

Viele Akteure der Branche sehen in Social-Media-Plattformen einen der Hauptgründe für das rasante Wachstum des illegalen Glücksspiels, da dortige Werbeangebote nicht schnell genug entfernt würden. Die Europäische Kommission (EK) ist hingegen der Ansicht, dass bereits die erforderlichen Rechtsvorschriften zur Bewältigung dieses Problems bestehen.

Im vergangenen Monat betonte die EK, dass der „Digital Services Act“ (DSA) einen Beitrag zur Bekämpfung des illegalen Glücksspiels leisten könne; der Rechtsakt ermögliche es den EU-Mitgliedstaaten, die „Werbung für nicht lizenzierte Online-Glücksspiele“ zu unterbinden und zu sanktionieren.

Quellenangabe: iGamingExpert