Glücksspiel: Genshin Impact Spiel erreicht Millionen junger Spieler

Boris Raczynski

Glücksspiel: Genshin Impact Spiel erreicht Millionen junger Spieler

Glücksspiel: Das knallbunte Handy Spiel „Genshin Impact“ erreicht zurzeit rekordverdächtige Download-Zahlen. Das kann für junge Spieler zum Problem werden. „Genshin Impact“ soll laut einem Bericht von Spiegel Online binnen zwei Wochen nach Erscheinen mehr als 100 Millionen US-Dollar Einnahmen generiert haben. Demnach sollen Spielerinnen und Spieler die mobile Version über 17 Millionen Mal auf ihre Handys und Tablets geladen haben. Nicht einberechnet sind die Downloads für Desktop PC und Sony PlayStation 4. Eine Version für Nintendo Switch soll zeitnah folgen. In Deutschland und vielen weiteren Ländern rangiert das Spiel auf den Spitzenplätzen der Download-Charts.

Genshin Impact Spiel erreicht Millionen junger Spieler

Genshin Impact

Das Spiel des chinesischen Herstellers miHoYo kann als Free2Play-Game kostenlos im App Store von Apple heruntergeladen werden. Die Refinanzierung erfolgt über Werbung und sogenannte In-App-Käufe innerhalb des Spieles. Engagierte Spieler können unter anderem neue Charaktere, Waffen oder Fortschritte im Spiel investieren. Das ist verlockend und wird besonders von unerfahrenen Spielern gerne in Anspruch genommen. Hersteller miHoYo kann nicht verbergen, dass sein Machwerk konsequent auf der Erwerb von Angeboten in dem Spiel ausgelegt ist. Mehr noch, das Spiel wirkt teilweise so, als wären die Inhalte um die In-App-Technologie herumgebt worden.

Free2Play-Game von Hersteller miHoYo aus China

Genshin Impact

Mit seiner Anime-Optik richtet sich „Genshin Impact“ klar auch an jüngere Spielerinnen und Spieler. Die Entwickler verlangen, dass man 13 Jahre oder älter ist, um ihren Service zu nutzen.. Für Kinder und Jugendliche und suchtgefährdete Spieler können „Free2Play“-Modelle jedoch potenziell problematisch sein. Das bedeutet jedoch längst nicht, dass jedes „Free2Play“-Spiel tatsächlich ein Glücksspielrisiko darstellt. Das „Free2Play“-Modell ist eine veritable Möglichkeit, gerade Spielern mit weniger Geld Zugang zu Spielen zu verschaffen. Schließlich gibt es inzwischen nicht wenige Videospiele, die zum Vollpreis verkauft werden, und für die man dennoch immer wieder Geld ausgeben soll.

Rollenspiel wie „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“

Genshin Impact

Problematisch werden diese „Free2Play“-Spiele aber dann, wenn sie psychologische Tricks anwenden, um die Spieler in das Spiel zu ziehen, ihnen aber gleichzeitig Wege versperren, die sich nur mit Geld öffnen lassen – oder bei denen Geld das Weiterspielen sehr viel bequemer oder attraktiver macht. „Genshin Impact“ ist ein mehr als solides Spiel. Auch ohne den Einsatz von Geld bekommen die Spieler zunächst ein Rollenspiel in Anime-Optik, das stark an „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ von Nintendo erinnert. Die Story mit ihren drolligen Gegnern und klischeehaften Charakteren ist nichts Besonderes, erfüllt aber ihren Zweck, einen roten Faden durch das Spiel zu ziehen.

„Zelda“-Spielmechaniken funktionieren tadellos

Genshin Impact

Die Spielmechaniken funktionieren tadellos: Spieler kämpfen, klettern, schwimmen und gleiten durch das Spiel – und diese Mechaniken sind es auch, die „Zelda“ direkt entnommen wurden. In der Open World gibt es viel zu entdecken und die Spieler können, bis auf einige Dungeons, die nur ab einem bestimmten „Abenteuer-Level“ betreten werden können, die Umgebung frei erkunden. Geld macht das Studio mit sogenannten Gacha-Mechaniken. Diese ähneln den umstrittenen Lootbox-Bezahlmodellen und basieren auf Greifarm-Automaten, mit denen man Stofftiere gewinnen kann – oder eben nicht.

Mit „Genshin Impact“ und Glück zu seltenen Spielfiguren

Genshin Impact

Mit echtem Geld kaufen die Spieler sich Ingame-Währung, die sie im Spiel für das „Beten“ ausgeben können. So nennt sich in „Genshin Impact“ eine zufällige Ziehung, mit der sich mit Glück seltene Charaktere gewinnen lassen. „Wenn ein Spiel dir Ingame-Währungen vorsetzt, wird da oft etwas verheimlicht“, sagt der Medienpädagoge Stephan Schölzel. So sei es für die Spieler schwer zu erkennen, wie viel sie eigentlich für einen Gegenstand oder ein Gacha-Ticket ausgegeben haben. „Ich empfehle daher, den Dreisatz anzuwenden, um herauszufinden, wie viel das Spiel für welche Items verlangt.“ Ebenso sei es ratsam, Buch zu halten und jede Transaktion aufzuschreiben, um den Überblick nicht zu verlieren.

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