Studie: Bevölkerung steht Sportwetten skeptisch gegenüber

Boris Raczynski

Studie: Bevölkerung steht Sportwetten skeptisch gegenüber

Sportwetten gewinnen in Österreich an Popularität. Rund 18 Prozent der Bevölkerung haben schon einmal an Sportwetten teilgenommen. Die Mehrheit der Österreicher fühlt sich jedoch nicht ausreichend gut über Möglichkeiten und Risiken informiert. Die Branche stößt daher nach wie vor auf eine gemischte Resonanz. Zu diesem Ergebnis kam eine gemeinsame Studie von Market Institut und der Johannes Kepler Universität. Die Branche der Sportwetten hat in den letzten Jahren ein enormes Wachstum verzeichnet. Gleichzeitig kam es zu einer Bereinigung des Marktes, wodurch die Anzahl der Anbieter merklich gesunken ist. Diejenigen, die noch im Geschäft sind, erfreuen sich über stetig steigende Profite.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich meldet, dass in dem Land durchschnittlich rund 22 Euro pro Wette eingesetzt werden. Demnach liegt Fußball mit 83 Prozent an erster Stelle, Tennis folgt mit etwa 20 Prozent. Sportwetten werden in erster Linie von Männern, jungen Personen und Menschen mit Migrationshintergrund durchgeführt. Wesentliche Motive seien Nervenkitzel und Unterhaltung. Dabei wettet ungefähr ein Fünftel der Teilnehmer zumindest wöchentlich, 28 Prozent wetten nur alle zwei bis drei Monate. Laut einem Bericht von MeinBezirk, haben 18 Prozent derjenigen, die bereits an Sportwetten teilgenommen haben, unverändert eine eher kritische Meinung zu dem Thema.

Die Mehrheit der Befragten vertritt die Meinung, dass Sportwetten süchtig machen können und dass es „viele schwarze Schafe in der Branche“ gebe. Sportwetten seien zudem oftmals „Abzocke“ und „reine Glückssache“. Die Befragung fand online unter rund 1.000 Personen aus der Bevölkerung Österreichs statt. Außerdem wurden 300 Wetten-Teilnehmer und 220 Vertreter des Sportwettenbranche befragt. Darüber hinaus wurde eine volkswirtschaftliche Analyse durchgeführt.  Mitgearbeitet haben die Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe der Wirtschaftskammer in Oberösterreich, die Johannes Kepler Universität (JKU), das Market Institut, die Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung (GAW), die Firma Dynaxity Consulting, der Österreichische Sportwettenverband (OSWV) und die Österreichische Vereinigung für Wetten und Glücksspiel (OVWG).

Laut JKU wurden 2018 österreichweit rund zwei Milliarden Euro auf Sportereignisse gewettet. Davon entfielen 40 Prozent auf den Online-Bereich. Mittlerweile ist es rund die Hälfte. Eine Herausforderung für die Branche ist neben dem Image wie der Gleichsetzung mit Glücksspiel der bundesweit nicht einheitliche Rechtsrahmen. Auch Covid-19 hinterlässt Spuren. Derzeit ist die Sportwettenbranche auf ungefähr 80 Prozent des Umsatzes im Vergleich zum Zeitpunkt vor der Pandemie. Ältere Generationen gehen seltener in Wettbüros. Und wer wetten möchte, hat durch abgesagte Sportveranstaltungen weniger Möglichkeiten dazu.

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