Glücksspiel: Google wegen unerlaubter Werbung abgestraft

Boris Raczynski

Glücksspiel: Google wegen unerlaubter Werbung abgestraft

Glücksspiel: Google hat in Italien eine Strafe von der zuständigen Aufsichtsbehörde für das Kommunikationswesen (AGCOM) kassiert. Wie die Behörde am Donnerstag per Pressemitteilung meldete, soll die Google Ireland Limited gegen das in Italien geltende Werbeverbot für Online-Glücksspiel verstoßen haben.

Der Verstoß sei über die von Google Ireland Limited betriebene Werbeplattform Google Ads erfolgt. Dort sei ein Direktlink zur Anmeldeseite des französischen Online-Casinos SublimeCasino platziert worden. Hierbei handle es sich um ein Echtgeld-Online-Casino ohne italienische Lizenzierung.

Google kassiert wegen Google Ads Strafe in Italien

Problematisch sei jedoch nicht der Umstand, dass über Google ein Link zum genannten Online-Casino verbreitet worden sei, sondern dass der Anbieter Google konkret für das Verbreiten des Links als Werbebotschaft entlohnt habe. Dies verstoße eindeutig gegen das 2018 verabschiedete „Decreto Dignità“.

Google dürfe als Suchmaschine zwar grundsätzlich Online-Casinos hosten, jedoch nicht im Bereich der Google Ads auflisten. Ohne Zweifel sei das Unternehmen sich dessen bewusst gewesen.

AGCOM beruft sich auf das geltende EU-Recht

So habe es schließlich nach Inkrafttreten des Dekretes zahlreiche Online-Glücksspiel-Anbieter informiert, deren Werbebotschaften nicht mehr verbreiten zu dürfen.

Anschließend hätten sich insbesondere die in Italien legalen Betreiber aus Google zurückgezogen. Illegale Betreiber seien jedoch noch immer vertreten. Dagegen wolle die Behörde verstärkt vorgehen. Die jetzige Strafe könnte folglich erst der Anfang sein.

AGCOM beruft sich dabei auf EU-Recht. Nach der Norm 2019/1150 dürfe die italienische Behörde auch an Anbieter mit Sitz im Ausland Geldstrafen verhängen, wenn diese ihre Dienstleistungen innerhalb Italiens anbieten.

Wie hoch die Strafe ausfallen könnte, hat AGCOM selbst in ihrer Mitteilung nicht spezifiziert. In verschiedenen Medien ist jedoch die Rede von 100.000 Euro.

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