Das sorgt für Ärger: Bremens Innensenator fürchtet Verharmlosung von Sportwetten

Das sorgt für Ärger: Bremens Innensenator fürchtet Verharmlosung von Sportwetten

Sportwetten: Es ist nicht neu, dass Politiker die zunehmende Flut an Sportwetten-Werbung in den Medien als Gefahr sehen. Jetzt erreicht die Kritik aber eine neue Eskalationsstufe. Bremens Innensenator schießt gegen die Bildzeitung. Ihre Berichterstattung sei verharmlosend. Auch die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig (CSU) mischt sich laut einem Bericht von Tagesschau ein.

Der Markt für Glücksspiel und Sportwetten weist ein überproportionales Wachstum auf und lockt immer mehr Spieler an. Aus dem Grund hat die Bundesregierung den neuen Glücksspielstaatsvertrag und Lizenzvergaben eingeführt. Mehr Sicherheit für Gambler. Doch anscheinend ist das Gegenteil der Fall. Die Werbefreiheit der Sportwettenanbieter treibt junge Menschen in die Spielsucht. Politiker und Suchtexperten beobachten das Werbegeschäft mit den Medienhäusern äußerst kritisch.

Bildzeitung berichtet „penetrant und positiv“ über Sportwetten

Dem ARD-Hauptstadtstudio liegt ein Schreiben vor, indem Ulrich Mäurer (SPD, Bremens Innensenator) sich abwertend gegen über die Bildzeitung äußert. Durch die Werbedeals mit Sportwettenanbieter ist die Berichtserstattung des Blattes „besorgniserregend, da gezielt verharmlosende“ Inhalte abgedruckt werden. Weiter heißt es, die Werbung ist „penetrant und positiv“. Jedoch äußert sich Mäurer nicht über die Verhältnismäßigkeit der Werbung im Allgemeinen. Lebensmittelkonzerne und weitere Unternehmen sind in ihren Werbemaßnahmen mindestens genauso auffallend und nervig.

Stattdessen kritisiert er weiter, dass die Bild mit der Sparte „BildBet“ selbst zum Sportwettenanbieter geworden ist. Der Springer-Konzern nimmt billigend in Kauf, „dass die Leser sich in die Gefahr der Spielsucht begeben.“ Das Blatt soll der Leserschaft durch interpretierte Aussagen, wie „mit den richtigen Tricks“ und dem nötigen Knowhow „lasse sich richtig Geld verdienen“, das Glücksspiel versüßt werden.

Der Presserat soll eine Richtlinie für Sportwetten einführen

Für die Presse gibt es einen allgemeingültigen Kodex für die Berichterstattung über suchtgefährdende Stoffe. Dieser verhindert eine verharmlosende Berichterstattung aller Medien über solche Themen. Nun pocht Mäurer darauf, dass dies ebenfalls für die Werbung von Sportwetten gelten soll. Auch, wenn seine Kritik speziell an die Bildzeitung gerichtet ist, meint er den allgemeinen Missstand. Daher sieht der Innensenator den Presserat in der Verantwortung.

Die Bildzeitung sieht die Vorwürfe allerdings gelassen. Auf Anfrage der ARD hat das Blatt mitgeteilt, dass sie „ausgesprochen verantwortungsvoll“ über Sportwetten berichten. „In den redaktionellen Beiträgen [werden] explizit auf die Risiken im Zusammenhang mit Glücksspiel [hingewiesen]“. ✠

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